Sumela, das Kloster nahe dem Himmel

Ein strahlend blauer Himmel und Sonnenstrahlen, die im Schnee glitzern, erwarten uns am nächsten Morgen. Perfekt um zum Kloster Sumela empor zu steigen.

Das Kloster gleicht einem Adlernest in der Nische einer steil abfallenden Felswand auf rund 1200 m Höhe. Auf dem Weg dort hin, wandern wir durch eine wildromantische, schneebedeckte Bergwelt. Dichter Nadelwald umgibt uns, der sich später etwas auflöst und uns freien Blick auf die schroffe Bergwelt gibt. Immer wieder kommen wir an einem wilden Bergbach vorbei, dessen Rauschen das ganze Tal erfüllt. Über uns die thronende Fassade des Klosters, der wir uns langsam nähern. Wir brauchen eine kleine Pause, um zu verschnaufen. Der Schnee und auch die kalte Luft machen den Aufstieg zu einer Herausforderung, Schließlich stoßen wir auf eine lange Steintreppe: Der Eingang zum Kloster ist erreicht!

So erhaben, wie es sich von außen an den Fels schmiegt, so Facettenreich gestaltet es sich von innen. Deutlich sind die einzelnen Bauabschnitte zu erkennen.

Der älteste Teil, aus dem Jahr 385 n. Chr., bildet der Bereich um die Grottenkirche. Die Wände sind, von innen und außen, über und über mit farbenprächtigen Fresken bedeckt. Die Liebe zu Gott, wie sie die Bilder ausdrücken, scheint mir noch heute zum Greifen nah. Ich halte inne, staune und versuche mir vorzustellen, wie sich das Leben hier oben wohl abgespielt haben mag?

Das Kloster ist während seines langen Lebens, bis 1923, mehrmals abgebrannt. Anschließend wieder aufgebaut und mehrfach erweitert worden. Wir zählen, im vorderen Bereich bis zu 5 Stockwerke, die hier erbaut wurden. Es gab, neben den Schlafräumen, der Kirche, Bibliothek, Speisesaal, Lagerräume im „Keller“, Brunnen auch eine Bäckerei und Gästeräume. Viel Platz also auf engem Raum.

Schade nur, dass sehr viel zerstört wurde, was in liebevoller Kleinarbeit nun von der Türkei wieder rekonstruiert wird.

Bei aller Staunerei verstreicht die Zeit wie im Fluge und wir wollen den Abstieg antreten, ehe es dunkel wird. Ein letztes mal blicken wir zurück, geniessen den atemberaubenden Anblick des Klosters, ehe uns das Tal wieder hat.

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