Safranbolu – Mittelalter auf Türkisch

Es regnet bereits die ganze Nacht, wie aus Kübeln und es will einfach nicht aufhören.

Die Piste direkt an der Küste gleicht einem Schlammbecken. Nilpferde hätten sicher Ihre Freude daran…. wir weniger und nehmen stattdessen eine kleine romantische Asphaltstraße durch die Berge, gerade breit genug für uns und unsere KATze. Die Fahrt führt an idyllisch gelegenen Bergdörfern vorbei, ehe die Straße langsam wieder zu einer voll ausgebauten „Rennstrecke“ wird. Inzwischen hat es sich wieder aufgeklart und sogar die Sonne lässt sich am Himmel blicken. Einzig, die Schneebedeckten Berge am Horizont, halten unsere Hochstimmung im Zaum. Dass wir noch auf Schnee und bitter kalte Nächte stoßen werden ist klar- doch sollte dies etwa jetzt schon so weit sein?

 

Safranbolu, unser heutiges Ziel, liegt jenseits einer Hochebene und so kommen wir mit einem „blauen Auge“ davon. Am Abend beziehen wir direkt oberhalb des historischen Stadtkerns, auf einem Plateau, unser Lager.

 

Am nächsten Morgen ziehen wir neugierig los, denn Safranbolu hat einiges zu bieten, so der Reiseführer. Die Gegend ist zerklüftet und obwohl wir direkt in die City schauen können müssen wir doch 20 Minuten laufen. Vorbei an der Feuerwehr geht es tiefer in den Stadtkern. Über enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, die Häuser allesamt in der Fachwerkskunst erbaut und weitgehend restauriert. Es ist wie eine Zeitreise zurück ins Mittelalter. Und tatsächlich stammen viele dieser Villen noch aus dem 18. Jahrhundert, der Blütezeit des Ortes. Wobei es wortwörtlich um die Blüte ging. So sollen noch im letzten Jahrhundert riesige Safranfelder den Ort umgeben haben.

Im Zentrum steht ein Hamam, dessen Mauern wohl im 3. Jh. v. Christus erbaut sein sollen. Welche Geschichten wohl, über die Jahre, hier erzählt wurden? Drum herum breitet sich der Basar in einem Geflecht von kleinen verwinkelten Gassen aus. Neben Nüssen, getrocknetem Obst, Backlava und natürlich Safran gibt es auch traditionelles zu bestaunen: Der Schuster, der in alter Handwerkskunst Lederschuhe fertigt. Der Weber, am Webstuhl, fertigt Kleidung an, ein Glasbläser bietet sein Handwerk dar und auch der Schmied, der mit Feuer und Hammer gerade dabei ist, Hufeisen zu fertigen. Alles live und zum Anfassen. Mich zieht es allerdings zum Berber und bekomme dort einen erstklassischen Haarschnitt verpasst. Inzwischen zieht ein herrlicher Duft durch die Gassen. Ob es nun die Kichererbsen, das Köfke, der Kebap, die Teiggerichte sind? Alles zusammen ist einfach unwiderstehlich! Erst am Abend wird es in den Gassen wieder etwas ruhiger, bis auch wir den Heimweg antreten.

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