Abschied vom Mamarameer

Ein Indianer sitzt am Rande des Bahnhofs und schaut gedankenverloren vor sich hin. Der Bahnbeamte, der Ihn vor einiger Zeit aus einem Zug aussteigen sah, geht zu dem Indianer hin und fragt, ob er denn helfen könne. Darauf hin blickt der Indianer auf und antwortet: Vielen Dank, nach der schnellen Fahrt mit der Eisenbahn, warte ich, bis auch mein Geist hier angekommen ist.

 

So brauchen auch wir unsere Zeit um hier in der Türkei anzukommen. Zunehmend verstehen wir einzelne Wortfetzen und unser Drang, die wenigen russischen Wörter die wir gelernt haben zu verwenden, legt sich langsam. Wie ich mich in nur wenigen Wochen an eine Sprache gewöhnen kann, die ich eigentlich gar nicht kann und vor wenigen Monaten noch nicht einmal wußte, dass ich sie je mal brauchen könnte…..

 

Nach den zwei Tagen im Naturschutzgebiet am Mamarameer geht es nun weiter. Zunächst die Piste an der Steilküste entlang nach Saköy, eine landschaftlich wunderschöne Gegend, um uns anschließend wieder dem schwarzen Meer zu zuwenden. Wir überqueren den Bosporus, lassen Istanbul links liegen, denn hier wollen wir uns auf dem Rückweg einige Tage Zeit nehmen.

Wir verlassen den europäischen Kontinent

Autobahn am Bosporus

 

Dies ist inzwischen mein dritter Türkei- Besuch und ich muss an dieser Stelle mal sagen: Ich liebe die Türkei! Gerade wenn man, so wie wir, aus dem Ostblock kommt, ist es fast schon wie ein Schlaraffenland. Überall fließt köstliches (Quell-) Wasser aus den Brunnen. Und Brunnen gibt es quasi an jeder Ecke. Noch schöner jedoch ist, dass wir überall auf freundliche, nette Menschen treffen. Ob es ein freundliches „Merhaba„ (Guten Tag) ist, man spontan zum Tee eingeladen wird, ein Winken am Straßenrand oder einfach so auf der Straße einen Apfel geschenkt bekommt- Wie reich ein solches Land an herzlichen Menschen ist!

 

Es ist 15:00 Uhr durch und uns übermannt der Hunger auf dem Weg nach Sile, unserem ersten Ziel am schwarzen Meer. Wir halten an einem der vielen Gaststätten entlang der Straße an. Elli ist schon ganz heiß auf einen Döner Kebab. Eine Speisekarte gibt es hier natürlich nicht, so bedeuten wir, mit der International gültigen Körpersprache „Hände & Füße“ dass wir etwas zu Essen wünschen. Unsere Gastwirtin ordert sofort Verstärkung und unser Mahl wird mit vereinten Kräften zubereitet, während wir auf dem Sofa, am Kamin, zunächst einmal einen guten türkischen Tee genießen. Zu Essen gibt es anschließend einen Tomaten- Gurkensalat, diverse Marmeladen, Rührei, Oliven, verschiedene Käsesorten, wie auch in Olivenöl angeschmolzenen Käse und dazu ganz frisch gebackenes Weißbrot. So lässt es sich aushalten.

 

Der Strand von Sile

Gut gestärkt geht es weiter. Es dämmert bereits als wir in Sile ankommen. Wir finden hier eine wunderschöne Bucht und viele Sandstrände vor. Im Sommer ist dies sicherlich ein Badeparadies pur. Nun, abseits der Saison, bleibt es ein kleiner verträumter Ort mit vielen (Fisch-) Restaurants, einem kleinen Basar und den wenigen Einwohnern, die dieser Ort hat. Unser Quartier wird für diese Nacht ein Pinienwald mit direktem Zugang zum Meer.

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