Monthly Archives: Januar 2013

Eine Fatamorgana?

 

Reife Datteln hängen an den Palmen.

Saftige Orangen an den Bäumen.

Blühende Blumen zwischen grünen Sträuchern.

Der Springbrunnen plätschert vor sich hin.

Pelikane versammeln sich um die Wasserstelle.

 

Eine Fatamorgana oder Tabas, die größte Oase in der nördlichen Wüste Irans.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abenteuer Wüste

MORGENS besuchen wir die Dromedare

 

 

 

MITTAGS gehen wir in den Sanddünen spazieren

 

 

 

 

NACHMITTAGS entdecken wir eine alte Karawanserei

 

ABENDS staunen wir über ausgetrocknete Salzseen

 

 

Abenteuer Wüste 24 Stunden

Eine Metropole

 

  • sieben Millionen Einwohner
  • dichter Verkehr, überfüllte Strassen
  • laut
  • chaotische aber vorsichtige Fahrweise
  • moderne/dynamische Architektur
  • große Hochhauskomplexe
  • begrenzt durch 3000m hohem Gebirge
  • Metrofahrn – ganz einfach
  • in der Nacht ein funkelndes Lichtermeer
  • Wahrzeichen der Stadt: der Milad-Turm
  • kulturell
  • idyllische Palastanlage im barocken Stil
  • großzügiges Strassennetz, viele Hochstrassen und Brücken
  • auf dem größten überdachten Basar der Welt arbeiten täglich über 100 000 Menschen
  • junge Leute treffen sich abends im Park zum gemütlichen Grillen beim Lagerfeuer oder zum Rauchen der süsslich riechenden Wasserpfeifen
  • wir treffen auf gastfreundliche und hilfsbereite Menschen

 

Wir sind in Teheran.

 

 

Verkehr in Teheran

 

schneebedecktes Gebirge im Hintergrund

Alt trifft Modern

 

Palastanlage

 

Gartenanlage im Palast

 

Milad-Turm

Oljeitu-Mausoleum

 

Als wir in Soltaniyeh, das liegt zwischen Tabiz und Tehran, eintreffen, liegt schon die Abenddämmerung über der Stadt. Hier wollen wir uns das Oljeitu-Mausoleum anschauen, dessen türkisfarbene Kuppel wir schon aus weiter Entfernung erkennen konnten.

 

 

Leider schon geschlossen teilte man uns als Erstes mit.

Aber nach einem netten Herzlich-Willkommen-Gespräch, einer Einladung zum Tee und der Bekundung, daß wir aus Deutschland sind, wird das Mausoleum nur für uns zwei nochmal geöffnet.

Begeistert von dessen Größe und Beleuchtung in der Dämmerung laufen wir eine steile Wendeltreppe hoch bis zur Innengalerie und umlaufen die Kuppel mit einem herrlichen Ausblick auf die Stadt. Die Decke der Außengalerie ist mit ihren ziegelroten geometrischen Stuckarbeiten beeindruckend.

 

 

Oljeitu, ein Sultan, der im 14. Jhr. hier beigesetzt wurde, ließ das Mausoleum, wie alle Herrscher, schon zu seinen Lebzeiten bauen.

 

 

 

 

 

 

Die ersten Eindrücke vom Iran

 

Nach unserer Einreise in den Iran holt uns am nächsten Morgen Hossein, unser Guide, für die Stadtbesichtigung von Tabriz ab. Diese Provinzhauptstadt ist unsere erste Anlaufstelle im Nordiran.

Wir schlendern von unserem Stellplatz durch den EL-Goli-Park, in dessen Mitte ein Pavillon angelegt ist, zur Bushaltestelle und nehmen die ersten Eindrücke dieses Landes wahr.

Der Park scheint ein Anziehungspunkt zu sein, es befindet sich dort viele Cafés, schöne Sitzgelegenheiten und ein öffentliches Freiluft-Fitnesstudio.

EL-Goli-Park

An der Haltestelle teilt Hossein mir mit, daß Frauen in den hinteren Teil des Busses einsteigen müssen. Den im Iran sind die Busse geschlechtsspezifisch getrennt.

Also stelle ich mich mit den anderen Damen an und werde sofort zum Mittelpunkt in der Frauenabteilung. Ich werde gastfreundlich begrüßt und beantworte gerne allerlei Fragen.

In Tabriz besichtigen wir den Basar mit seinen langen, sehenswerten Gewölbegängen. Es wuselt nur so von Passanten und Händler in den überfüllten Gängen.

Frisches Obst, buntes Gemüse, verschiedene Nüsse und duftende Gewürze sind hier pyramidenförmig aufgereiht. Aber auch Fleisch, Käse und Teppiche, Kleidung, Schuhe bis hin zum Shampoo, wird hier alles angeboten. Karsten und ich sind den leckeren Sesam-Honig-Riegel völlig verfallen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Mittagessen lädt uns Hossein zum traditionellem „Abgusht-Essen“ ein. Das ist ein Fleischgericht mit Kartoffeln und Kichererbsen, das zu Brei gestampft wird und dazu wirdfrischgebackenes Fladenbrot gereicht.

Sehr schmackhaft und wohltuend nach der langen Erkundungstour.

 

 

 

Beim Essen haben wir kurz Zeit die ersten Eindrücke zu verarbeiten. Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich, heißen uns alle willkommen, und wünschen uns eine gute Reise.

Nach der Besichtigung der Mosalla-Anlage (Gebetshaus) fahren wir diesmal mit einem Sammeltaxi zurück zum El-Goli-Park.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Verkehr ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt drei Spuren und vier Autos und zwei Mopeds fahren nebeneinander, es wird gehupt und sich vorbei gedrängelt. Es scheint als würde die Hupe den Blinker ersetzten, denn Blinker funktionieren hier nicht.

 

Voller Begeisterung von diesem Land beendet wir unseren heutigen Tag.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die letzte Station in der Türkei

 

Nur 35 km trennt die Stadt Dogubayazit von der iranischen Grenze. Eine staubig-öde Stadt, die ins Leere des ostanatolischen Hochlandes gebaut wurde. Im Hintergrund grüßt majestätisch der schneebedeckte Ararat (5137 m), der höchste Berg der Türkei.

 

 

 

 

Um den biblischen Ararat ranken sich unzählige Legenden. Die Bekannteste ist die Geschichte von der Arche Noah, die während der Sintflut hier gestrandet sein soll.

Über der Stadt erhebt sich auf einer Felsnase der Ishak-Pascha-Palast.

Auf dessen Parkplatz wir die Nacht verbringen und einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und das umliegende Gebirge geniessen.

Am nächsten Morgen erkunden wir die große Palastanlage die sich als Irrgarten an Räumen und Gängen erweist. Im 9. Jh. v. Chr. wurden die ersten Grundsteine gelegt. Die heutige Gestalt erhielt der Palast im 18. Jh. als der kurdische Emir Ishak Pasa reich geworden durch Raubzüge und Wegezölle, die Burganlage ausbauen ließ.

 

Vom Vorhof gelangt man zu den Unterkünften der Diener und zu den unterirdischen, dunklen, kalten Verliesen. Das Hauptgebäude erreicht man durch ein hohes verziertes Steinportal. Indem befindet sich unter anderem die Palastmoschee aus weißem Stein. Sehr weitläufig ist ebenfalls der Haremstrakt mit insgesamt sieben Zimmer und jeweils mit offenem Kamin, versteht sich!

 

 

 

 

Man fühlt sich  um 200 Jahre zurück versetzt und spürt die Erhabenheit, die dieser Palast ausstrahlt.

 

Um den Palast stehen noch die alten Mauerreste der Vorgängensiedlung, die von den vorbeiziehenden Karawanen auf der Seidenstrasse Wegezoll verlangten.

 

So ist Dogubayazit damals wie heute ein wichtiges Transitzentrum, wenn auch persische Seidenhändler iranische Benzin-und Zigarettenschmuggler abgelöst haben.

 

So wird es nun langsam Zeit uns von der Türkei zu verabschieden und weiter der Seidenstrasse Richtung Persien zu folgen.

Ostanatolien

Viel zu schnell ist unser Skiurlaub vorbei und wir rollen weiter nach Osten, der iranischen Grenze entgegen. Vor uns liegt eine riesige Hochebene, die wir durchqueren müssen. Der strahlend blaue Himmel und dazu die, in weiße Watte getauchte, Gebirgslandschaft um uns herum sorgen für kurze Weile auf dem ansonsten monoton geradlinigen Highway.

 

Gegen Abend sehen wir eine Wasserquelle und halten zum Auffüllen unserer Tanks an. Eigentlich nichts Besonderes in der Türkei, denn überall gibt es hier solch öffentliche Wasserquellen. Allerdings sind, hier oben, die meisten Quellen, wir sind immerhin auf rund 2.000 Meter ü.N., eingefroren. Ein rüstiger Rentner freut sich über Besuch und lädt uns zum Tee ein. Wir sitzen in seinem „Büro“, einem alten Container, der an diversen Stellen notdürftig geflickt ist, so dass es zumindest von oben trocken und weitgehend winddicht ist. Der Böllerofen in der Mitte des Raumes, wir reden hier von vielleicht 2,5 auf 3 Meter, strahlt nicht nur eine angenehme Wärme aus, er dient auch gleichzeitig als Kochfeld für den Tee. Zwar läuft die Kommunikation nicht ganz so rund: Er kann kein Englisch und unser Türkisch ist noch ausbaufähig, so finden wir dennoch heraus, dass er früher LKW- Fahrer und viel in Europa unterwegs war. Am liebsten jedoch in Deutschland. Jetzt ist er wieder in seiner Heimat und verdient sich sein Geld mit dem Waschen von Autos hier an der Quelle.

 

Die Zeit drängt, denn wir wollen vor dem Dunkel werden, einen Stellplatz für die Nacht, gefunden haben. Am Rand des nächsten Dorfes werden wir, gerade noch rechtzeitig fündig- wie immer mit 5- Sterne Aussicht. Weniger schön ist die Aussicht, die uns das Außenthermometer liefert: -14°C und dass bereits jetzt, am frühen Abend. Besonders beeindruckt bin ich davon nicht, denn unser Aufbau, ein ISO- Seecontainer ist für hohe Temperaturdifferenzen ausgelegt, wenn auch in seinem früheren Leben es wohl eher im Inneren kalt und draußen warm war. Die Fußbodenheizung hat den Boden bereits angenehm angewärmt und wenn alle Stricke reißen, dann können wir immer noch die zweite Heizung einschalten. Um 22:30Uhr steigen wir bei -20°C in die Koje und schlummern ein.

 

Am nächsten Morgen, die Sonne steht schon wieder am Himmel, staunen wir nicht schlecht: -23°C sagt der Außenfühler untereres Thermometers. Dies ist mit Abstand die kälteste Nacht, die wir bisher hatten.

 

Beim Frühstück frage ich mich noch, welche Temperaturen unser Diesel wohl verträgt, ehe er ausflockt/ gefriert? Zumal wir noch immer den günstigen Diesel aus der Ukraine im Tank haben. In Trabzon, bei -7°C hatten wir keine Probleme, also wird es jetzt auch klappen. Der Rest des Morgens ist Routine: Nach dem Frühstück macht Elli im Haus klar Schiff und ich kümmere mich um den Truck. So können wir schnell zu unserer letzten Etappe, vor der iranischen Grenze, zum Ishak -Pasa Palast, starten.

 

Gut gelaunt drehe ich den Schlüssel herum und drücke den Startknopf. Der Motor dreht und dreht und dreht…. nur anspringen mag er nicht………. Gut, dass das deutsche Militär auch hierfür eine Lösung hat: Eine 21KW Warmluftheizung soll den Motor erst einmal auf Temperatur bringen, dann wird er auch anspringen, da bin ich mir sicher. Noch immer gut gelaunt, wenn auch mit eiskalten Händen, schließe ich die Heizung an und starte. Außer einem Qualmwölkchen gibt die Heizung jedoch nicht viel Wärme ab. Ein Blick in den Tank verrät mir nun endgültig: Der Diesel ist zäh wie Honig.

 

OK, wir haben ein Dach über dem Kopf und unsere Standheizungen funktionieren tadellos, also kein Grund für Panik. Zum Starten des Motors muss es zunächst einmal wärmer werden, zumindest der Motor, oder alternativ brauchen wir frischen Diesel. Auf Diesel schleppen habe ich keine Lust, zumal wir mit 5 Litern bei unserer NaschKATze erst gar nicht anfangen brauchen, also: Motor erwärmen! Die Sonne scheint, prima: Ich mache die Luken zum Motor auf und lass die Sonne direkt auf den riesigen Stahlklotz strahlen.

Unser Plan geht auf: Nach rund zwei Stunden springt der Motor an. Es geht einfach nichts über so einen robusten Deutzmotor. Der bekommt selbst diese zähflüssige Melasse noch angesaugt. Zugegeben, wir rollen die ersten 4- 500 Meter im Schritttempo, mehr geht nicht, aber dass ist jetzt alles nur eine Frage der Zeit. Etwa 1000 Meter weiter liegt eine KFZ- Werkstadt direkt an der Straße und mehrere LKW’s stehen davor. Perfekt, denke ich und frage nach, ob es hier irgendwo Diesel gibt. Der ölverschmierte Mechaniker grinst mich an und führt mich in die hinterste Ecke der Werkstatt, wo er zwei Kanister, a 20 Liter, mit wohl temperiertem Sprit hervor zieht. Über den Preis werden wir uns sofort einig, für türkische Verhältnisse ein absolutes Schnäppchen. Wir sind da wohl zufällig beim Umschlagplatz für iranischen Diesel abgestiegen.

 

Alles in allem also ein gelungener Morgen und wir rauschen nun, mit schnurrender Heizung, weiter über den Highway.

Wir brauchen mal Urlaub

Um die ganzen Eindrücke, die wir bisher gesammelt haben, zu verdauen, beschließen wir erst einmal Urlaub zu machen. Über Silvester die Füße ein wenig hoch zu legen ist gerade zu ideal geeignet. Unsere Spürnase führt uns nach Erzurum, genauer gesagt nach Palandöken, eines der schönsten Skigebiete in der Türkei. Schnell ist klar, das 5 Sterne Renaissance Hotel soll es sein und wir beziehen unser Quartier, direkt neben der Skipiste mit einem Ausblick über die riesige, in Puderzucker getauchte, Hochebene und der Stadt Erzurum zu unseren Füßen. Kurz um, einem Ausblick a la 5 Sterne.

 

Inzwischen ist es dunkel geworden und ein satter Beat weht zu uns herüber- an der Apres- Skibar des Nachbarhotels wird kräftig gefeiert. Dass können wir uns nicht entgehen lassen, befinden wir uns doch gerade im Urlaub. Es sind stylische Heizstrahler auf der Hotelterrasse um die Bar herum angeordnet, alles schön mit Lichtpunkten in Szene gesetzt und ein leckerer Duft von gegrilltem Fleisch liegt in der Luft. Ein Blick in die Karte verrät: Es gibt hier nicht nur Alkohol, nein es gibt sogar die leckersten Cocktails….. zu saftigen Preisen.

Während unsere Blicke noch umherschweifen, werden wir in perfektem Englisch, von einem Hotelgast, angesprochen. Er bietet uns seinen Skipass, der noch den Abend gültig ist an, denn er müsse nun nach Hause fahren. Da wir jedoch noch keine Ski haben bedanken wir uns höflich und lehnen ab. Kurz darauf sehen wir, dass der Skiverleih neben der, durch Flutlicht, taghellen Skipiste noch offen gehabt hätte- Pech.

 

Elli, etwas unsicher auf den Ski, bekommt Privatstunden von mir. So macht sie riesige Fortschritte und arbeitet sich in nur einem Tag vom Babyhügel zur blauen Piste empor. Zwischen durch hatte sie meine Beschreibung: Im Flug um die Kurven zu fahren sei wie zu „Käfern“ doch etwas zu wörtlich genommen und lag, einem Käfer gleich, auf dem Rücken, alle viere von sich gestreckt. Doch so kleine „Missverständnisse“ kommen ja mal vor.

 

Es ist einfach traumhaft bei strahlend blauem Himmel Ski zu fahren….