Monthly Archives: Dezember 2012

Happy new year

 

Möge Euch das neue Jahr liebe und Freude bringen.

Dass ist unser Wunsch für Euch.

 

Elli & Karsten

Sumela, das Kloster nahe dem Himmel

Ein strahlend blauer Himmel und Sonnenstrahlen, die im Schnee glitzern, erwarten uns am nächsten Morgen. Perfekt um zum Kloster Sumela empor zu steigen.

Das Kloster gleicht einem Adlernest in der Nische einer steil abfallenden Felswand auf rund 1200 m Höhe. Auf dem Weg dort hin, wandern wir durch eine wildromantische, schneebedeckte Bergwelt. Dichter Nadelwald umgibt uns, der sich später etwas auflöst und uns freien Blick auf die schroffe Bergwelt gibt. Immer wieder kommen wir an einem wilden Bergbach vorbei, dessen Rauschen das ganze Tal erfüllt. Über uns die thronende Fassade des Klosters, der wir uns langsam nähern. Wir brauchen eine kleine Pause, um zu verschnaufen. Der Schnee und auch die kalte Luft machen den Aufstieg zu einer Herausforderung, Schließlich stoßen wir auf eine lange Steintreppe: Der Eingang zum Kloster ist erreicht!

So erhaben, wie es sich von außen an den Fels schmiegt, so Facettenreich gestaltet es sich von innen. Deutlich sind die einzelnen Bauabschnitte zu erkennen.

Der älteste Teil, aus dem Jahr 385 n. Chr., bildet der Bereich um die Grottenkirche. Die Wände sind, von innen und außen, über und über mit farbenprächtigen Fresken bedeckt. Die Liebe zu Gott, wie sie die Bilder ausdrücken, scheint mir noch heute zum Greifen nah. Ich halte inne, staune und versuche mir vorzustellen, wie sich das Leben hier oben wohl abgespielt haben mag?

Das Kloster ist während seines langen Lebens, bis 1923, mehrmals abgebrannt. Anschließend wieder aufgebaut und mehrfach erweitert worden. Wir zählen, im vorderen Bereich bis zu 5 Stockwerke, die hier erbaut wurden. Es gab, neben den Schlafräumen, der Kirche, Bibliothek, Speisesaal, Lagerräume im „Keller“, Brunnen auch eine Bäckerei und Gästeräume. Viel Platz also auf engem Raum.

Schade nur, dass sehr viel zerstört wurde, was in liebevoller Kleinarbeit nun von der Türkei wieder rekonstruiert wird.

Bei aller Staunerei verstreicht die Zeit wie im Fluge und wir wollen den Abstieg antreten, ehe es dunkel wird. Ein letztes mal blicken wir zurück, geniessen den atemberaubenden Anblick des Klosters, ehe uns das Tal wieder hat.

Weiße Weihnachten

 

Ich liege unter meiner kuschelwarmen Bettdecke während ich, noch etwas verschlafen, langsam die Augen öffne. Erst das Rechte, dann das Linke und staune. So etwas wünschen wir uns doch alle.  Die Landschaft vor mir ist, über und über, in feinen weißen Schnee getaucht und noch immer rieselt es leise vom Himmel herab.

Wir haben weiße Weihnachten!

 

 

 

Ich zünde die rote Kerze von unserem Adventskranz an. Später gesellt sich ein kleines grünes Tannenbäumchen dazu. Das wir mit einer blinkenden Lichterkette und kleinen glitzernden Weihnachtsmännern schmücken, die wir übrigens in der Türkei gekauft haben!!!

 

Der Schnee fällt den ganzen Tag und hüllt alles in weißen, friedlichen Zauber ein.

 

Den Weihnachtsabend geniessen wir im Kerzenschein. Versuchen Weihnachtslieder zu trällern und zaubern uns ein Abendessen aus Semmelknödeln und Rotkohl, daß mich an zuhause erinnert.

 

 

Frohe Weihnachten

Dass Friede in unser aller Herzen wohne und wir diesen in die Welt hinaus tragen!

Yurtta Sulh, Cihanda Sulh

Mit diesen Worten, wie wir sie in Sinop gefunden haben, wünschen wir Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Amasra

 

Nach meinem geträllerten „Happy Birthday to you“ durfte Karsten seine Kerzen auspusten und sich etwas wünschen.

 

 

 

An diesem Morgen verlassen wir Safranbolu und machen uns auf den Weg nach Amasra. Laut Reiseführer das wohl schönste Städtchen der Schwarzmeerküste. Womit er wahrscheinlich auch Recht hat. Den Flair dieser kleinen Stadt bestimmt allein schon die Lage. Sie liegt in einer Bucht, an einer Lagune.

 

 

 

Genau dort war auch unser Stellplatz für diese Nacht. Direkt am Meer und nur 2 min vom Stadtzentrum entfernt. Traumhaft….

Und mit einem wundervollen Blick auf die alte römische Brücke, die das Festland mit einer kleinen Halbinsel verbannt.

 

 

Leider schenkt uns Petrus an diesem Tag Regen und die Wellen peitschten gegen die Felsen in der Bucht.

 

 

 

Man merkt deutlich, dass zur Zeit Nebensaison ist. Denn als wir abends zur Feier des Tages Essen gehen wollten, hatten wir jede Menge menschenleere Restaurants zur Auswahl.

Den Abend liessen wir mit einem gemütlichen Mahl und einem verregneten Blick aufs Meer ausklingen.

Safranbolu – Mittelalter auf Türkisch

Es regnet bereits die ganze Nacht, wie aus Kübeln und es will einfach nicht aufhören.

Die Piste direkt an der Küste gleicht einem Schlammbecken. Nilpferde hätten sicher Ihre Freude daran…. wir weniger und nehmen stattdessen eine kleine romantische Asphaltstraße durch die Berge, gerade breit genug für uns und unsere KATze. Die Fahrt führt an idyllisch gelegenen Bergdörfern vorbei, ehe die Straße langsam wieder zu einer voll ausgebauten „Rennstrecke“ wird. Inzwischen hat es sich wieder aufgeklart und sogar die Sonne lässt sich am Himmel blicken. Einzig, die Schneebedeckten Berge am Horizont, halten unsere Hochstimmung im Zaum. Dass wir noch auf Schnee und bitter kalte Nächte stoßen werden ist klar- doch sollte dies etwa jetzt schon so weit sein?

 

Safranbolu, unser heutiges Ziel, liegt jenseits einer Hochebene und so kommen wir mit einem „blauen Auge“ davon. Am Abend beziehen wir direkt oberhalb des historischen Stadtkerns, auf einem Plateau, unser Lager.

 

Am nächsten Morgen ziehen wir neugierig los, denn Safranbolu hat einiges zu bieten, so der Reiseführer. Die Gegend ist zerklüftet und obwohl wir direkt in die City schauen können müssen wir doch 20 Minuten laufen. Vorbei an der Feuerwehr geht es tiefer in den Stadtkern. Über enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, die Häuser allesamt in der Fachwerkskunst erbaut und weitgehend restauriert. Es ist wie eine Zeitreise zurück ins Mittelalter. Und tatsächlich stammen viele dieser Villen noch aus dem 18. Jahrhundert, der Blütezeit des Ortes. Wobei es wortwörtlich um die Blüte ging. So sollen noch im letzten Jahrhundert riesige Safranfelder den Ort umgeben haben.

Im Zentrum steht ein Hamam, dessen Mauern wohl im 3. Jh. v. Christus erbaut sein sollen. Welche Geschichten wohl, über die Jahre, hier erzählt wurden? Drum herum breitet sich der Basar in einem Geflecht von kleinen verwinkelten Gassen aus. Neben Nüssen, getrocknetem Obst, Backlava und natürlich Safran gibt es auch traditionelles zu bestaunen: Der Schuster, der in alter Handwerkskunst Lederschuhe fertigt. Der Weber, am Webstuhl, fertigt Kleidung an, ein Glasbläser bietet sein Handwerk dar und auch der Schmied, der mit Feuer und Hammer gerade dabei ist, Hufeisen zu fertigen. Alles live und zum Anfassen. Mich zieht es allerdings zum Berber und bekomme dort einen erstklassischen Haarschnitt verpasst. Inzwischen zieht ein herrlicher Duft durch die Gassen. Ob es nun die Kichererbsen, das Köfke, der Kebap, die Teiggerichte sind? Alles zusammen ist einfach unwiderstehlich! Erst am Abend wird es in den Gassen wieder etwas ruhiger, bis auch wir den Heimweg antreten.

Abschied vom Mamarameer

Ein Indianer sitzt am Rande des Bahnhofs und schaut gedankenverloren vor sich hin. Der Bahnbeamte, der Ihn vor einiger Zeit aus einem Zug aussteigen sah, geht zu dem Indianer hin und fragt, ob er denn helfen könne. Darauf hin blickt der Indianer auf und antwortet: Vielen Dank, nach der schnellen Fahrt mit der Eisenbahn, warte ich, bis auch mein Geist hier angekommen ist.

 

So brauchen auch wir unsere Zeit um hier in der Türkei anzukommen. Zunehmend verstehen wir einzelne Wortfetzen und unser Drang, die wenigen russischen Wörter die wir gelernt haben zu verwenden, legt sich langsam. Wie ich mich in nur wenigen Wochen an eine Sprache gewöhnen kann, die ich eigentlich gar nicht kann und vor wenigen Monaten noch nicht einmal wußte, dass ich sie je mal brauchen könnte…..

 

Nach den zwei Tagen im Naturschutzgebiet am Mamarameer geht es nun weiter. Zunächst die Piste an der Steilküste entlang nach Saköy, eine landschaftlich wunderschöne Gegend, um uns anschließend wieder dem schwarzen Meer zu zuwenden. Wir überqueren den Bosporus, lassen Istanbul links liegen, denn hier wollen wir uns auf dem Rückweg einige Tage Zeit nehmen.

Wir verlassen den europäischen Kontinent

Autobahn am Bosporus

 

Dies ist inzwischen mein dritter Türkei- Besuch und ich muss an dieser Stelle mal sagen: Ich liebe die Türkei! Gerade wenn man, so wie wir, aus dem Ostblock kommt, ist es fast schon wie ein Schlaraffenland. Überall fließt köstliches (Quell-) Wasser aus den Brunnen. Und Brunnen gibt es quasi an jeder Ecke. Noch schöner jedoch ist, dass wir überall auf freundliche, nette Menschen treffen. Ob es ein freundliches „Merhaba„ (Guten Tag) ist, man spontan zum Tee eingeladen wird, ein Winken am Straßenrand oder einfach so auf der Straße einen Apfel geschenkt bekommt- Wie reich ein solches Land an herzlichen Menschen ist!

 

Es ist 15:00 Uhr durch und uns übermannt der Hunger auf dem Weg nach Sile, unserem ersten Ziel am schwarzen Meer. Wir halten an einem der vielen Gaststätten entlang der Straße an. Elli ist schon ganz heiß auf einen Döner Kebab. Eine Speisekarte gibt es hier natürlich nicht, so bedeuten wir, mit der International gültigen Körpersprache „Hände & Füße“ dass wir etwas zu Essen wünschen. Unsere Gastwirtin ordert sofort Verstärkung und unser Mahl wird mit vereinten Kräften zubereitet, während wir auf dem Sofa, am Kamin, zunächst einmal einen guten türkischen Tee genießen. Zu Essen gibt es anschließend einen Tomaten- Gurkensalat, diverse Marmeladen, Rührei, Oliven, verschiedene Käsesorten, wie auch in Olivenöl angeschmolzenen Käse und dazu ganz frisch gebackenes Weißbrot. So lässt es sich aushalten.

 

Der Strand von Sile

Gut gestärkt geht es weiter. Es dämmert bereits als wir in Sile ankommen. Wir finden hier eine wunderschöne Bucht und viele Sandstrände vor. Im Sommer ist dies sicherlich ein Badeparadies pur. Nun, abseits der Saison, bleibt es ein kleiner verträumter Ort mit vielen (Fisch-) Restaurants, einem kleinen Basar und den wenigen Einwohnern, die dieser Ort hat. Unser Quartier wird für diese Nacht ein Pinienwald mit direktem Zugang zum Meer.

Türkei

 

Wir sind gut im Norden von der Türkei angekommen und fahren bei strahlend blauen Himmel und sonnigen Temperaturen Richtung Marmarameer/Mittelmeer.

 

Auf einem kleinen Berg umringt von Kiefer- und Tannenbäumen finden wir einen herrlichen Stellplatz mit Blick aufs Meer.

 

 

Wir geniessen den Sonnenuntergang und die sternenklare Nacht.

 

Auf einmal ziehen dunkle Wolken über uns und es blitzt und donnert. Heftiger Regen prasselt auf die „KATze“ nieder und es weht ein orkanartiger Sturm, so dass unser 15 Tonnen schweres Zuhause zu schwanken beginnt.

Karsten liegt neben mir im Bett und schläft seelenruhig. Während ich mir so meine Gedanken mache: Könnte uns der Sturm „entwurzeln“?

 

Auch Momo ist das Ganze nicht geheuer und läuft auf und ab. Sie versteht auch nicht, warum hier alles so schaukelt.

Ich kuschle mich an Karsten und versuche zu schlafen.

Am nächsten Morgen herrschen eisige Temperaturen, es schneit…

…. und Gott sei Dank der Sturm lässt nach.